Der sonnigste Herbst seit Jahren: Was das Rekordjahr 2026 für Ihre Solaranlage bedeutet
Dass 2026 ein besonderer Sommer war, haben die meisten von uns selbst gemerkt. Was weniger bekannt ist: Der Deutsche Wetterdienst führt das Jahr inzwischen in der Spitzengruppe der sonnenreichsten Jahre seit Beginn der Wetteraufzeichnungen 1951. Für eine Solaranlage ist das keine Randnotiz, sondern direkt bares Geld.
- Sonnenstunden bis 15.09.2026
- 1.681 Std. – mehr als ein komplettes Durchschnittsjahr
- Deutsche Solarstromproduktion bis 27.09.2026
- 90,2 TWh – mehr als im gesamten Jahr 2025
- Bisheriger Rekord seit 1951
- 2.024 Sonnenstunden im Jahr 2022
Ein Jahr, das aus der Reihe tanzt
Der Deutsche Wetterdienst zählte bis zum 15. September 2026 bundesweit 1.681 Sonnenstunden. Das ist bemerkenswert, weil ein durchschnittliches Jahr insgesamt, von Januar bis Dezember, auf 1.665 Stunden kommt – 2026 hatte diesen Wert also schon Mitte September erreicht, mit noch mehr als drei Monaten übrig. Von Januar bis August lag Deutschland mit 1.592 Sonnenstunden bereits rund 22 Prozent über dem langjährigen Mittel von 1991 bis 2020.
Ob es am Ende für einen neuen Rekord reicht, stand zum Redaktionsschluss dieses Artikels noch nicht fest. Der bisherige Bestwert seit Beginn der Aufzeichnungen 1951 liegt bei 2.024 Sonnenstunden im Jahr 2022, gefolgt von 2018 mit 2.015 und 2003 mit 2.014 Stunden. Dass 2026 in diese Spitzengruppe gehört, ist aber unabhängig vom genauen Endergebnis bereits sicher.
Was das für den Ertrag konkret bedeutet
Wir rechnen bei der Anlagenplanung in Berlin und Brandenburg standardmäßig mit rund 950 Kilowattstunden pro Kilowatt-Peak und Jahr – ein bewusst vorsichtiger, langjähriger Mittelwert, der auch durchwachsene Jahre mit einschließt. Das ist weiterhin die richtige Grundlage für Ihre Investitionsrechnung, weil man eine Anlage nicht auf das beste denkbare Jahr auslegen sollte.
In einem Jahr wie 2026 liegt der tatsächliche Ertrag spürbar über diesem Planungswert. Wie viel genau, hängt von Ausrichtung, Neigung und Verschattung der einzelnen Anlage ab – eine pauschale Prozentzahl dafür wäre unseriös. Die Richtung ist aber eindeutig: Wer in diesem Jahr eine funktionierende Anlage auf dem Dach hatte, hat spürbar mehr Eigenverbrauch und Einspeisung gesehen, als die übliche Planungsannahme vorsieht.
Und wenn man noch keine Anlage hat?
Dann ist der naheliegende Gedanke: so ein Jahr lässt sich nicht nachholen. Das stimmt – und stimmt gleichzeitig nicht ganz. Sonnenstunden eines einzelnen Jahres sind nicht wiederholbar, aber Berlin und Brandenburg gehören unabhängig von Rekordjahren zu den strahlungsreicheren Regionen Deutschlands, und eine neu geplante Anlage profitiert ab dem ersten Tag von jedem sonnigen Tag, der kommt.
Relevanter für eine Entscheidung jetzt ist ohnehin ein anderer Kalender: die aktuell geltende, über zwanzig Jahre feste Einspeisevergütung gilt nach heutiger Rechtslage nur noch für Anlagen, die bis zum 31. Dezember 2026 in Betrieb gehen. Was danach gilt und warum sich eine Entscheidung dieses Jahr noch anders rechnet, erklären wir ausführlich in unserem Update zur EEG-Reform.
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